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Sonntag, 7. Oktober 2012, 11:23

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weist ausführlich auf das Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom als mögliche Komplikation nach der Vasektomie hin

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weist auf Ihrer Webseite

http://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/sterilisation/mann/

ausführlich auf das Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom als mögliche Komplikation nach der Vasektomie hin.

Auszug (Stand Oktober 2012):

Neben unerwarteten seelischen Problemen mit der Unfruchtbarkeit finden sich unter den möglichen Spätfolgen einer Vasektomie auch chronische Schmerzen im Bereich der Hoden. In manchen Fällen verstärken sie sich bei sexueller Aktivität und können die Lebensqualität erheblich einschränken. Wie häufig dieses sogenannte Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom auftritt, ist noch nicht ausreichend erforscht. Die Angaben zu den Zahlen der Männer, die sich deswegen in ärztliche Behandlung geben, schwanken zwischen 2,2 und 5 Prozent.

Die Ursachen für diese Schmerzen sind bisher nicht bekannt. Die Vermutung, dass sie durch eine Entzündung hervorgerufen werden, hat sich nicht bestätigt, da Antibiotika bei einer Behandlung meist unwirksam sind. Vieles deutet darauf hin, dass bei Männern, die ein behandlungsbedürftiges Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom entwickeln, der Druckausgleich in den Hoden nur unzureichend funktioniert. Bei ihnen sind deshalb auch seltener Spermagranulome zu finden. Zudem könnten bei der Operation verschiedene Nerven geschädigt worden sein. Unter Umständen wird eine erneute Operation notwendig.

Männer mit einer Leistenoperation, mit Problemen im Bereich der Lendenwirbelsäule und/ oder gelegentlichem Ziehen im Hodenbereich sollten dies im Beratungsgespräch vor einer Vasektomie unbedingt mitteilen. Das gilt auch für alle anderen Arten von schon bestehenden chronischen Schmerzen.

Dieser Beitrag wurde von »Uwe« geändert, zuletzt: 7. Oktober 2012, 11:59


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Dienstag, 16. Oktober 2012, 17:06

Die Veröffentlichung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geht über das hinaus, was die Urologen in der Patientenaufklärung vor der Vasektomie üblicherweise gegenüber dem Patienten darlegen und ist deshalb absolut positiv und als Schritt in die richtige Richtung zu bewerten! Auch die enthaltene Häufigkeitsangabe "zwischen 2,2 und 5 Prozent" ist realistisch.

Trotzdem möchte ich ergänzend auf drei Punkte hinweisen:
  • Mir fehlt ein Hinweis darauf, dass häufig sämtliche (auch operative) Behandlungsversuche des Post-Vasektomie Schmerzsyndroms scheitern, was bedeutet, dass in diesen Fällen die betroffenen Männer für ihr restliches Leben mit den teils erheblichen Schmerzen konfrontiert sind und nur versuchen können, diese durch lebenslange Medikamenteneinnahme zu lindern. Der Hintergrund für das häufige Scheitern von Behandlungsversuchen ist die Tatsache, dass bis heute die Ursachen für das Post-Vasektomie Schmerzsyndrom nicht geklärt sind.
  • Ergänzend zum Hinweis, dass das Post-Vasektomie Schmerzsyndrom die "Lebensqualität erheblich einschränken" kann, möchte ich folgendes anmerken: In schweren Fällen kann das Post-Vasektomie Schmerzsyndrom derart heftige Auswirkungen auf Ihr gesamtes Leben haben, dass es dieses völlig zerstören kann. Ich spreche hier von zerbrochenen Partnerschaften, Depressionen aufgrund der permanenten Schmerzen, Berufsunfähigkeit die nicht anerkannt wird, finanziellem Absturz usw. Dass durch das Post-Vasektomie Schmerzsyndrom auch Ihr Sexualleben völlig unter die Räder kommt, ist hierbei Ihr kleinstes Problem.
  • Zum Satz "Die Vermutung, dass sie [die Schmerzen] durch eine Entzündung hervorgerufen werden, hat sich nicht bestätigt, da Antibiotika bei einer Behandlung meist unwirksam sind": Dieser Satz lässt den Aspekt außer Acht, dass es aufgrund der Vasektomie durch die Konfrontation des körpereigenen Immunsystems mit Spermien zu einer Autoimmunreaktion kommen kann, welche eine chronische Entzündung verursachen kann. Weiterhin können Nervenschädigungen im OP-Gebiet zu einer Entzündung der betroffenen Nervenstrukturen führen. Diese Form von Entzündungen können natürlich nicht durch Antibiotika beeinflusst werden. Näheres hierzu siehe auch unsere Selbshilfegruppen-Hauptseite http://www.patienten-selbsthilfegruppen.de/gruppen/vasektomie.html

Dieser Beitrag wurde von »Uwe« geändert, zuletzt: 21. Oktober 2012, 19:28