Hinweis: Für diese Selbsthilfegruppe ist im angegliederten Diskussions-
Eine Bitte an alle Vasektomie-geschädigten Männer: Wir würden uns freuen, wenn Sie bezüglich Ihrer Erfahrung mit der Vasektomie einen kurzen Bericht in unserem Forum hinterlassen. Schreiben Sie Ihren Bericht bitte auch dann, wenn Sie keine Fragen an uns haben oder wenn bereits ähnliche Fälle in unserem Forum zu finden sind. Denn auf diese Weise können Sie mithelfen, anderen bezüglich der Vasektomie-Risiken "die Augen zu öffnen": Je mehr Berichte hier zusammenkommen, umso überzeugender wird das Gesamtbild.
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In der medizinischen Fachsprache wird die Sterilisation beim Mann (Durchtrennen und Abbinden der Samenleiter) als Vasektomie bezeichnet. Durch diesen Eingriff wird der Mann zeugungsunfähig und übernimmt auf diese Weise die Empfängnisverhütung. Die Vasektomie wird im Allgemeinen als kleiner und unproblematischer Eingriff beworben. Es gibt jedoch auch viele Quellen, die darauf hinweisen, dass bis zu 30 % der sterilisierten Männer nach dem Eingriff unter längerfristigen Schmerzen im Hodensack leiden; bei 1 % bis 5 % der sterilisierten Männer (die Häufigkeit variiert je nach Studie; einzelne Studienergebnisse weisen auch höhere Werte als 5 % aus) setzen sich diese Schmerzen schließlich chronisch (= sehr lang andauernd) fest und werden dann als Post-Vasectomy Pain Syndrome (deutsch: Post-Vasektomie Schmerzsyndrom) bezeichnet. Beispiele für solche Quellen sind:
- Das englischsprachige Buch "Vasectomy - The Cruelest Cut of All. The Modern Medical Nightmare of Post-Vasectomy Pain Syndrome" ("Vasektomie - Der grausamste Schnitt von allen. Der moderne medizinische Alptraum des Post-Vasektomie Schmerzsyndroms"). ISBN: 0741430991. Englischsprachige Rezensionen zum Buch finden Sie hier. In unserem Forum finden Sie auch eine Kurzbeschreibung des Buches.
- Weitere Buchbeispiele sind: "If It Works, Don't Fix It. What Every Man Should Know Before Having A Vasectomy", "Vasectomy - Before and After" und "Is Vasectomy Worth the Risk? A Physician's Case Against Vasectomania". Alle diese Bücher wurden in den USA herausgegeben. Auffällig ist, dass in den USA - auch seitens der Ärzteschaft - Informationen bezüglich der
Vasektomie- Risiken offener dargelegt werden, als im deutschsprachigen Raum. Möglicherweise liegt dies unter anderem in dem strengeren Haftungsrecht der USA begründet. - So weist zum Beispiel der amerikanische Urologenverband auf seiner offiziellen Webseite auf das Post-Vasektomie Schmerzsyndrom als mögliche Komplikation nach der Vasektomie hin. Die entsprechende Textpassage mit deutscher Übersetzung finden Sie hier. Der enthaltene Satz
- "Leider ist das zu erwartende Ergebnis bei operativen Behandlungsversuchen nur schwer einschätzbar" - umschreibt hierbei recht elegant, dass die Ärzteschaft bis heute nicht weiß, wie das Post-Vasektomie Schmerzsyndrom in effektiver Form operativ behandelt werden kann.
- S. Tandon and E. Sabanegh, Cleveland Clinic, USA: Chronic pain after vasectomy: a diagnostic and treatment dilemma (Chronische Schmerzen nach einer Vasektomie: Ein Diagnose- und Behandlungs-Dilemma). Hinweis: Der Link verweist auf ein vierseitiges PDF-Dokument. Weiterhin ist der Artikel auch hier zu finden.
- C. Christiansen and J. Sandlow, University of Iowa Department of Urology, USA: Testicular Pain Following Vasectomy: A Review of Postvasectomy Pain Syndrome (Hodenschmerzen, die auf eine Vasektomie folgen: Ein Überblick über das Post-Vasektomie Schmerzsyndrom).
- Philip Werthman, Center for Male Reproductive Medicine and Vasectomy Reversal, Los Angeles, USA: Vasectomy reversal for post-vasectomy pain syndrome: A ten-year experience (Die Refertilisierung zur Behandlung des Post-Vasektomie Schmerzsyndroms: Ein Überblick über 10 Jahre Erfahrungen).
- R. Manikandan, Stepping Hill Hospital, England: Vasektomie: Schmerzen häufiger, als angenommen.
- Medical Tribune: Chronischer Hodenschmerz - nach einer Vasektomie trifft es jeden Zehnten.
- Prof. Dr. med. Walter Rhomberg, INER Kongress 2011: Prof. Dr. Rhomberg weist in einem Vortrag über Vasektomie ausführlich auf mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen der Vasektomie hin (Seite 5 ff. - sehr lesenswert!), u.a. auch auf das Post-Vasektomie Schmerzsyndrom (Seite 6). Hinweis: Der Link verweist auf ein achtseitiges PDF-Dokument.
- pro familia, Familienplanungsrundbrief August 2011: Auf Seite 7 wird auf das Post-Vasektomie Schmerzsyndrom als mögliche Komplikation nach der Vasektomie hingewiesen.
Ergänzender Hinweis: Die dort angedachte Open-Ended-Vasektomie zur Vermeidung von Schmerzproblemen, die durch den Spermien-Rückstaudruck in den Nebenhoden verursacht werden, kann zu Spermagranulomen und möglicherweise zu chronischer Entzündung und weitergehenden autoimmunologischen Komplikationen führen! - Anthony Ellis, M.D.: Pain after Vasectomy. Eine deutsche Übersetzung finden Sie hier. Der Autor, ein amerikanischer Arzt, betreibt auch zwei Webseiten (Webseite 1, Webseite 2) sowie ein Diskussions-Forum zum Thema. Unter seiner Mitarbeit entstand auch der Artikel Post-Vasectomy Pain Syndrome: Common but Hidden (Post-Vasektomie Schmerzsyndrom: Verbreitet aber verborgen).
- Auch in unserem Diskussions-Forum finden sich viele Berichte von Männern, die seit ihrer Sterilisation unter chronischen Hodensackschmerzen leiden.
Verschiedene Autoren weisen zudem darauf hin, dass die Post-Vasektomie Schmerzen auch erst Jahre nach der Vasektomie erstmals auftreten, sich dann aber trotzdem chronisch festsetzen können.
Die Schmerzursachen sind bisher nicht vollständig geklärt. Folgende mögliche Schmerzursachen werden von den Autoren angegeben:
- Eine durch die Vasektomie verursachte sekundäre Fibrose.
- Der durch die Vasektomie entstehende Rückstau in den Nebenhoden (testikulare Rückdruck): Die Hoden produzieren zumindest in der ersten Zeit nach der Vasektomie weiterhin Spermien in unveränderter Anzahl, für die jetzt jedoch der Ausgang verschlossen ist. Hierdurch stauen sich die Spermien in den Nebenhoden und bauen dort einen Überdruck auf, der die Nebenhoden irreparabel schädigen und zu einer chronischen Nebenhodenentzündung (Epididymitis) führen kann.
- Eine chronische Entzündung im Bereich des Hodensacks, verursacht durch die Konfrontation des körpereigenen Immunsystems mit Spermien. Normalerweise besteht eine strikte Trennung zwischen Blut und Spermien, da das körpereigene Immunsystem ausgereifte Spermien als Fremdkörper betrachtet und diese angreifen würde. Diese strikte Trennung wird beim Durchschneiden der Samenleiter im Rahmen der Vasektomie aufgehoben, Blut und Spermien werden zusammengeführt. Hierdurch wird eine Immunantwort ausgelöst, die sich gegen körpereigenes Gewebe richtet, was zu einer chronischen Entzündung führen kann. Verschiedene Quellen weisen zudem darauf hin, dass es möglicherweise auch zu weitergehenden autoimmunologischen Komplikationen kommen kann, in deren Folge sich zum Beispiel rheumatische Beschwerden oder auch eine Demenz (PDF-Dokument, siehe Seite 7 oben) ausbilden können.
- Spermagranulome, ebenfalls als Ergebnis der Zusammenführung von Blut und Spermien. Spermagranulome entstehen nach der Vasektomie des Öfteren durch nicht vollständig verschlossene Samenleiter.
- Nervenschädigungen. Diese können sowohl im Operationsgebiet durch die Vasektomie selbst als auch in der Zeit nach der Vasektomie durch eine oder mehrere der obigen Faktoren verursacht werden. Durch Nervenschädigungen verursachte Schmerzen werden als "neuropathische Schmerzen" bezeichnet.
Da eine erfolgreiche Behandlung der Post-Vasektomie Schmerzen sehr schwierig ist, irren die betroffenen Männer oft jahrelang von Arzt zu Arzt, ohne wirkliche Hilfe zu erfahren und sind in ihrer Lebensqualität und Sexualität häufig erheblich beeinträchtigt. Oft scheitern auch sämtliche Behandlungsversuche, was bedeutet, dass die betroffenen Männer für ihr restliches Leben mit den teils erheblichen Schmerzen konfrontiert sind und nur versuchen können, diese durch lebenslange Medikamenteneinnahme zu lindern.
Ergänzend hierzu die Anmerkungen einer Amerikanerin zum Post-Vasektomie Schmerzsyndrom, die in kurzer Form die Situation sehr treffend beschreibt: Please consider all the research before deciding on vasectomy for your birth control choice. I certainly had no idea daily pain was even a remote possibility for my husband. The pain, and all that went with it, nearly destroyed our relationship. Thank God a skilled surgeon was able to restore what the vasectomist did...but we were the lucky ones. Thousands are still in pain daily, with no relief in sight. Are you willing to risk this for yourself or the person you love most in the world? I challenge you to read the data Kevin [Buchautor] has gathered, and any other information you can find. Then make an informed decision
Quelle: http://www.buybooksontheweb.com/product.aspx?ISBN=0-7414-1800-2
Des weiteren sind chronische Schmerzen nur eine der möglichen Komplikationen bzw. Nebenwirkungen bei der Sterilisation des Mannes. So berichten zum Beispiel einige Männer in unserem Forum von einem deutlich beeinträchtigten Orgasmus-Empfinden oder einer geringeren Libido nach der Vasektomie.
Die Selbsthilfegruppe "Vasektomie-geschädigte Männer" will deshalb ...
| ... | betroffenen Männern vermitteln: "Du bist nicht alleine mit Deinem Problem; es gibt viele andere, die das gleiche Problem haben, wie Du". |
| ... | über unser Diskussions-Forum einen Austausch zwischen den Betroffenen ermöglichen, auch nach dem Motto |
| ... | versuchen, dazu beizutragen, dass sich Vasektomie-geschädigte Männer trotz des Tabu-Themenbereichs "Sexualität" vermehrt trauen, von ihren Vasektomie-Problemen zu berichten und sich von den Ärzten nicht einfach in das "Psycho-Eck" abschieben lassen (wobei wir nicht in Abrede stellen wollen, dass Psychotherapie helfen kann, mit chronischen Schmerzen besser umzugehen). |
| ... | Männer, die darüber nachdenken, eine Vasektomie durchführen zu lassen, auf die Risiken des Eingriffs aufmerksam machen; denn eventuell weist der Arzt in der Patientenaufklärung vor der Vasektomie nur sehr vage auf mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen hin. Hier ein Beispiel zum In den Fällen, wo ausschließlich entweder die Sterilisation beim Mann oder bei der Partnerin als einzige mögliche Verhütungsvarianten in Frage kommen, hat die Vasektomie ihre Berechtigung. In allen anderen Fällen sollte sich der Mann den Risiken der Vasektomie nur nach reiflichster Überlegung aussetzen. Hierzu gehört auch, sich vor dem Eingriff selbst ausführlich über die Vasektomie zu informieren und nicht nur auf die Aussagen der Ärzte zu vertrauen. Dabei kann Ihnen unser Diskussions-Forum helfen: Hier finden Sie umfangreiche Informationen zu den möglichen Komplikationen und Nebenwirkungen bei der Vasektomie und viele Hinweise auf weitere externe Quellen zum Thema. |