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(Vasektomie = Sterilisation beim Mann)

Hinweis: Für diese Selbsthilfegruppe ist im angegliederten Diskussions-Forum ein eigenes Unterforum angelegt. Hier haben Betroffene die Möglichkeit, sich miteinander auszutauschen.


Eine Bitte an alle Vasektomie-geschädigten Männer: Wir würden uns freuen, wenn Sie bezüglich Ihrer Erfahrung mit der Vasektomie einen kurzen Bericht in unserem Forum hinterlassen. Schreiben Sie Ihren Bericht bitte auch dann, wenn Sie keine Fragen an uns haben oder wenn bereits ähnliche Fälle in unserem Forum zu finden sind. Denn auf diese Weise können Sie mithelfen, anderen bezüglich der Vasektomie-Risiken "die Augen zu öffnen": Je mehr Berichte hier zusammenkommen, umso über­zeugender wird das Gesamtbild.

Eine kurze Anleitung zur Forennutzung finden Sie hier.


In der medizinischen Fachsprache wird die Sterilisation beim Mann (Durchtrennen und Abbinden der Samenleiter) als Vasektomie bezeichnet. Durch diesen Eingriff wird der Mann zeugungsunfähig und übernimmt auf diese Weise die Empfängnisverhütung. Die Vasektomie wird im Allgemeinen als kleiner und unproblema­tischer Eingriff beworben. Es gibt jedoch auch viele Quellen, die darauf hinweisen, dass bis zu 30 % der sterilisierten Männer nach dem Eingriff unter länger­fristigen Schmerzen im Hodensack leiden; bei 1 % bis 5 % der sterilisierten Männer (die Häufigkeit variiert je nach Studie; einzelne Studien­ergebnisse weisen auch höhere Werte als 5 % aus) setzen sich diese Schmerzen schließlich chronisch (= sehr lang andauernd) fest und werden dann als Post-Vasectomy Pain Syndrome (deutsch: Post-​Vasektomie Schmerz­syndrom) bezeichnet. Beispiele für solche Quellen sind: Beispiele für weitere Quellen im Internet:
Verschiedene Autoren weisen zudem darauf hin, dass die Post-Vasektomie Schmerzen auch erst Jahre nach der Vasektomie erstmals auftreten, sich dann aber trotzdem chronisch festsetzen können.

Die Schmerzursachen sind bisher nicht vollständig geklärt. Folgende mögliche Schmerzursachen werden von den Autoren angegeben:
Da eine erfolgreiche Behandlung der Post-Vasektomie Schmerzen sehr schwierig ist, irren die betroffenen Männer oft jahrelang von Arzt zu Arzt, ohne wirkliche Hilfe zu erfahren und sind in ihrer Lebensqualität und Sexualität häufig erheblich beeinträchtigt. Oft scheitern auch sämtliche Behand­lungs­versuche, was bedeutet, dass die betroffenen Männer für ihr restliches Leben mit den teils erheblichen Schmerzen konfrontiert sind und nur versuchen können, diese durch lebenslange Medikamenteneinnahme zu lindern.

Ergänzend hierzu die Anmerkungen einer Amerikanerin zum Post-Vasektomie Schmerz­syndrom, die in kurzer Form die Situation sehr treffend beschreibt: Please consider all the research before deciding on vasectomy for your birth control choice. I certainly had no idea daily pain was even a remote possibility for my husband. The pain, and all that went with it, nearly destroyed our relationship. Thank God a skilled surgeon was able to restore what the vasectomist did...but we were the lucky ones. Thousands are still in pain daily, with no relief in sight. Are you willing to risk this for yourself or the person you love most in the world? I challenge you to read the data Kevin [Buchautor] has gathered, and any other information you can find. Then make an informed decision--one based on the facts--not from selfishness or convenience. I wish we had. Lisa, wife of a vasectomy patient, Georgia
Quelle: http://www.buybooksontheweb.com/product.aspx?ISBN=0-7414-1800-2

Des weiteren sind chronische Schmerzen nur eine der möglichen Kompli­kationen bzw. Neben­wirkungen bei der Sterilisation des Mannes. So berichten zum Beispiel einige Männer in unserem Forum von einem deutlich beeinträchtigten Orgasmus-Empfinden oder einer geringeren Libido nach der Vasektomie.

Die Selbsthilfegruppe "Vasektomie-geschädigte Männer" will deshalb ...
...  betroffenen Männern vermitteln: "Du bist nicht alleine mit Deinem Problem; es gibt viele andere, die das gleiche Problem haben, wie Du".
...  über unser Diskussions-Forum einen Austausch zwischen den Betroffenen ermöglichen, auch nach dem Motto "(mit-)geteiltes Leid ist halbes Leid".
...  versuchen, dazu beizutragen, dass sich Vasektomie-geschädigte Männer trotz des Tabu-Themen­bereichs "Sexualität" vermehrt trauen, von ihren Vasektomie-Problemen zu berichten und sich von den Ärzten nicht einfach in das "Psycho-Eck" abschieben lassen (wobei wir nicht in Abrede stellen wollen, dass Psychotherapie helfen kann, mit chronischen Schmerzen besser umzugehen).
...  Männer, die darüber nachdenken, eine Vasektomie durchführen zu lassen, auf die Risiken des Eingriffs aufmerksam machen; denn eventuell weist der Arzt in der Patienten­aufklärung vor der Vasektomie nur sehr vage auf mögliche Komplikationen und Neben­wirkungen hin.
Hier ein Beispiel zum Post-​Vasektomie Schmerz­syndrom: "Mögliche Komplikationen: In 0 bis 5 % der Fälle Schmerzen in der Leisten­gegend, die meist innerhalb des ersten Jahres auftreten". Die Formu­lierung kann so gewählt sein, dass dem Patienten die ganze Tragweite überhaupt nicht bewußt wird, der Arzt aber bezüglich möglicher späterer Haftungs­ansprüche wegen mangelhafter Aufklärung rechtlich abgesichert ist.
In den Fällen, wo ausschließlich entweder die Sterilisation beim Mann oder bei der Partnerin als einzige mögliche Verhütungsvarianten in Frage kommen, hat die Vasektomie ihre Berechtigung. In allen anderen Fällen sollte sich der Mann den Risiken der Vasektomie nur nach reiflichster Über­legung aussetzen. Hierzu gehört auch, sich vor dem Eingriff selbst ausführlich über die Vasektomie zu informieren und nicht nur auf die Aussagen der Ärzte zu vertrauen. Dabei kann Ihnen unser Diskussions-Forum helfen: Hier finden Sie umfangreiche Informationen zu den möglichen Komplikationen und Neben­wirkungen bei der Vasektomie und viele Hinweise auf weitere externe Quellen zum Thema.